Im Stall und auf dem Acker hört Lernen nie auf

10. Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer auf der EuroTier - Kammerpräsident Schwetje: Exzellente Ausbildung notwendig

Verbündete suchen, sich Ziele setzen, an sich glauben, fleißig sein: Was auf dem grünen Rasen der Bundesliga-Fußballstadien gelte, gelte auch für eine Karriere in den grünen Berufen, betonte Fußballtrainer Mirko Slomka beim Arbeitnehmertag in Hannover
 Verbündete suchen, sich Ziele setzen, an sich glauben, fleißig sein: Was auf dem grünen Rasen der Bundesliga-Fußballstadien gelte, gelte auch für eine Karriere in den grünen Berufen, betonte Fußballtrainer Mirko Slomka beim Arbeitnehmertag in Hannover
Hannover – Die Betriebe der niedersächsischen Landwirtschaft bleiben trotz Strukturwandels und sprunghafter Preisentwicklung attraktive Arbeitgeber und Ausbilder. Das wurde am Donnerstag (17. November) auf dem 10. Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in Hannover deutlich. „Die steigende Konzentration auf mehr Tierwohl im Stall, strengere gesetzliche Vorgaben, kritische Verbraucher und die immer komplexere Landtechnik stellen sehr hohe Anforderungen an die Beschäftigten in der Landwirtschaft – das betrifft künftige Betriebsleiter und Arbeitnehmer gleichermaßen“, sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje vor rund 850 zumeist jungen Zuhörern auf der Veranstaltung am Rande der Tierhalter-Messe EuroTier. „Daher brauchen wir in den landwirtschaftlichen Berufen eine exzellente Ausbildung.“ Die LWK leiste hierzu ihren Beitrag: „In unserem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem zum Beispiel werden alle angehenden niedersächsischen Landwirte während ihrer überbetrieblichen Lehrgänge für Schweine-, Rinder- und Geflügelhaltung auf den neusten Stand gebracht.“ Derzeit arbeiteten rund 50.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in der niedersächsischen Landwirtschaft – Tendenz steigend.

Neben Schwetje, der als Landwirt selbst zu den Arbeitgebern der Branche zählt, saßen Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Arbeitnehmer sowie Nachwuchskräfte im Convention Center der Messe auf dem Podium, um über Zukunftsperspektiven in den grünen Berufen zu diskutieren. „Zukünftiges Wirtschaftspotenzial und Wachstumsdynamik hängen nicht nur von einer gut ausgebauten Infrastruktur ab, sondern auch ganz wesentlich davon, dass eine ausreichende Anzahl von leistungsbereiten, qualifizierten und innovationsfreudigen Arbeitskräften zur Verfügung steht“, sagte Daniela Behrens, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Entsprechende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen sei die eine Seite – die Beschäftigten in den Betrieben zu halten eine andere Seite, wies Behrens auf die Konsequenzen des Fachkräftemangels hin. „Erreichen können dies die Unternehmen durch Aus- und Fortbildung der angehenden oder schon gestandenen eigenen Fachkräfte.“

Wie viele Parallelen es zwischen Profi-Sport auf dem Rasen und der harten Arbeit auf dem Acker gibt, zeigte Fußballtrainer Mirko Slomka bei seinem Vortrag auf: Ohne Disziplin stelle sich Erfolg kaum ein, sagte der Ex-Chefcoach von Hannover 96 und Schalke 04. „Mache Dir einen Zukunftsplan, suche Dir einen Sparringspartner, höre auf Dein Herz und glaube immer an Dich“, riet er den zahlreichen Berufseinsteigern im Saal zu einer strikten Strategie. „Und haltet Euch an die guten Chefs.“

Die Chefs würden mehr verdienen und hätten mehr zu sagen als ihre Untergebenen ­– „ganz egal ob Ihnen das gefällt oder nicht“, holte Claudia Bölter, beim Saatguthersteller KWS zuständig für Personalentwicklung, die jungen Zuhörer auf den Boden der Tatsachen zurück. Doch sich klein zu machen, gelte nicht, betonte Bölter zugleich: „Verbiegen Sie sich nicht – bleiben Sie Sie selbst; suchen Sie sich einen Arbeitgeber, der Sie schätzt, so wie Sie sind.“ Mitarbeiter könnten ihren Chefs alles sagen – „wichtig ist der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt“.

Lernen höre nach der Ausbildung oder dem Studium auch in der Landwirtschaft nicht auf, betonte Kammerpräsident Schwetje. Technische Neuerungen, Gesetzesänderungen und gesellschaftliche Anforderungen an hohe Produktionsstandards erforderten eine permanente Weiterbildung. „In diesem Bereich führten wir 2015 insgesamt 639 Veranstaltungen mit 54.054 Teilnehmern durch“, berichtete Schwetje. „Die Kammer ist damit im Bereich der Landwirtschaft der Weiterbildungsanbieter Nummer eins in Niedersachsen.“


Beim Arbeitnehmertag nahmen Vertreter aus Kammer, Politik und Wirtschaft sowie angehende Landwirte Stellung zur Zukunft der Landwirtschaft
 Beim Arbeitnehmertag nahmen Vertreter aus Kammer, Politik und Wirtschaft sowie angehende Landwirte Stellung zur Zukunft der Landwirtschaft

 

 

 

Zur Zukunft der Landwirtschaft nahmen auf dem Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover Stellung (von links):

Thilo Meinders, Landwirtschafts-Fachschüler, Moderator Jan Zerbst, Jesko Lindemann, Betriebsleiter einer Schweinezuchtanlage, Claudia Bölter, beim Saatguthersteller KWS verantwortlich für Arbeitgebermarketing, Rüdiger Müller, staatlich geprüfter Wirtschafter, Daniela Behrens, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Fußballtrainer Mirko Slomka, Landwirtschafts-Fachschülerin Sandra Papmeier und Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und hauptberuflicher Landwirt.


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