Vom (A)usbildungsbeginn bis zum (Z)eugnis

Ein Azubi ist gefunden, der Ausbildungsvertrag abgeschlossen und ein neues Ausbildungsjahr beginnt. Jedes Jahr ist anders, Ausbilder und Auszubildende müssen sich kennen lernen und viele Formalitäten sind zu erledigen. Hier finden Sie das Wichtigste im Überblick.

Startklar - © Ellen Padeken © Ellen Padeken
1. Der Start der Ausbildung:
Der Ausbildungsvertrag ist abgeschlossen und der erste Ausbildungstag ist da. Die Auszubildenden wissen nicht genau, was sie erwartet und sind gespannt. Deshalb gehört zum Beginn der Ausbildung vor allem Zeit für die Vorstellung des Betriebes, der Familie und der Mitarbeiter. Der Auszubildende sollte die Regeln für die Zusammenarbeit und das Zusammenleben kennen lernen. Es gibt in jedem Betrieb Selbstverständlichkeiten, die der Azubi nicht kennt.

2. Versicherung während der Ausbildung:
Während der Ausbildung ist der Auszubildende gesetzlich sozial versichert. Der Ausbildungsbetrieb meldet den Auszubildenden bei der Krankenkasse an. Diese leitet die Beiträge an die übrigen Sozialversicherungsträger (Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) weiter. Die Beiträge werden monatlich erhoben und von der Bruttovergütung einbehalten. Grundsätzlich können die Auszubildenden die Krankenkasse frei wählen. Eine Ausnahme bilden die Auszubildenden, die im elterlichen Betrieb ihre Ausbildung absolvieren. Hier ist ausschließlich die Landwirtschaftliche Krankenkasse zuständig. Neben den gesetzlichen Sozialversicherungen ist der Auszubildende über die Unfallversicherung, die vollständig vom Ausbildungsbetrieb getragen wird, bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) abgesichert. Zusätzlich sollten Auszubildende zum Start in das Berufsleben über weitere Vorsorgemaßnahmen nachdenken.

3. Vergütung und Urlaub:
Auszubildende haben einen Vergütungs- und Urlaubsanspruch, der von den Tarifpartnern - der Gewerkschaft IG BAU und dem Arbeitgeberverband GLFA -  ausgehandelt wird. Dieser wird von den zuständigen Stellen als angemessen im Sinne von § 17 BBiG erklärt. Die Vergütung  ist spätestens am letzten Tag des Monats zu zahlen. Nähere Information zu den Vergütungssätzen sowie dem Urlaubsanspruch erhalten Sie bei den zuständigen Stellen. Hier finden Sie Hinweise aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

4. Unterweisung im Arbeitsschutz:
Eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen verpflichten den Arbeitgeber sämtliche Beschäftigte regelmäßig zu unterweisen. Für Auszubildende ist die Unterweisung ein wichtiger Schritt die Regelungen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz auf dem Betrieb kennenzulernen.

Ausbildung Landwirtschaft - © Ellen Padeken © Ellen Padeken
5. Ausbildungsbegleitende Hilfen und Assistierte Ausbildung:
Wenn der Ausbildungserfolg aufgrund von Lernproblemen und/ oder sozialen Problemen gefährdet ist, können die Auszubildenden Unterstützung durch Ausbildungsbegleitende Hilfen (AbH) oder die Assistierte Ausbildung erhalten. Die Kosten werden auf Antrag von der Bundesanstalt für Arbeit getragen. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Berufsberatung der jeweiligen Agentur für Arbeit oder bei den Trägern, die die Maßnahmen durchführen.

6. Jugendarbeitsschutz und Arbeitszeiten:
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes und des Tarifvertrages. Überstunden sollten möglichst zeitnah ausgeglichen werden, z. B. durch ein verlängertes freies Wochenende.

7. Weitere Tipps:
Grundlage für eine gute Ausbildung sind ein fairer Umgang miteinander und ein gutes Betriebsklima. Sprechen Sie mit ihrem Auszubildendem über seine Anliegen und seine Motivation und versuchen Sie Lösungen zu finden, die für alle vorteilhaft sind. Wenn es dann zu fehlerhaften Arbeitsergebnissen und/ oder Meinungsverschiedenheiten kommt, sollten sie dies ansprechen und Probleme nicht unter den Teppich kehren. Fehler passieren, gut aufgearbeitet führen sie zu einem nachhaltigen Lernerfolg. Aber auch Erfolge und Fortschritte sollten bewusst mit Anerkennung und Lob versehen werden. Lob steigert das Selbstwertgefühl, motiviert und gibt Sicherheit.

8. Arbeitszeugnis:
Nach Abschluss der Ausbildungszeit hat der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildendem ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Ein Zeugnis muss Angaben enthalten über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten des Auszubildenden. Auf Verlangen des Auszubildenden sind auch Angaben über Verhalten und Leistung in das Zeugnis aufzunehmen. Hilfestellungen hierzu finden Sie im Internet, z. B. unter www.arbeitszeugnis-info.de

Kontakt:
Richard Didam
Fachreferent Aus- und Fortbildung Landwirt/in und Fachkraft Agrarservice, Ausbildereignung
Telefon: 0441 801-317
Telefax: 0441 801-204
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