Geflüchtete Menschen beschäftigen in Betrieben der Landwirtschaft

Hintergrund ist, in der aktuellen Situation Arbeitskräfte für die Landwirtschaft auch aus dem Kreis der Asylbewerber/innen gewinnen zu können.

Gelungene Integration - © Lydia Vaske © Lydia Vaske
Grundsätzlich gilt:

Landwirtschaftliche Arbeitgeber von Saisonmitarbeitern aus dem Kreis der geflüchteten Menschen lassen sich auf jeden Fall immer den Pass und die zugehörige Zusatzbescheinigung zeigen und, wenn es zur Einstellung kommt, kopieren diese. Ist eine Beschäftigung oder Arbeit bislang untersagt (Duldung, Gestattung u. a.) ist bei der Ausländerbehörde eine Einzel- oder Sammelerlaubnis einzuholen. Kommt es zur Einstellung, sollte, wie immer bei Neueinstellungen von Mitarbeitern, auf der jeweiligen Grundlage des Beschäftigungsverhältnisses, ein Arbeitsvertrag gemacht werden: 
Geflüchtete Menschen dürfen nicht auf der 115 Tage-Basis-Regelung arbeiten, d. h. eine Arbeitsaufnahme ist immer sozialversicherungspflichtig. Für die geflüchteten Menschen gilt, wie für alle anderen Leistungsempfänger (AsylbLG, SGB II (also Hartz IV, Sozialhilfe oder AlG 2 genannt), SGB III (AlG 1 genannt) dürfen max. 450 € sozialversicherungsfrei dazuverdienen mit den jeweiligen Freibeträgen. 

In kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen, d. h. auf Basis 115 Tage Basis- Regelung sozialversicherungs-frei arbeiten, dürfen nur Personen arbeiten, die dieses nicht berufsmäßig machen, dazu zählen EU-Bürger und Bürger aus Drittstaaten, die nicht in Deutschland leben, Menschen in Kurzarbeit sowie Studenten, Schüler, Hausfrauen und Rentner arbeiten.

Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Steuerberater über die Arbeitsverhältnisse. 

 

Neu:                                                                                                                                                                                  

Bei Erteilung von Beschäftigungserlaubnissen entfällt grundsätzlich das Zustimmungsverfahren durch die Bundesagentur für Arbeit für Beschäftigungen in der Landwirtschaft vom 01.04. -31.10.2020, sofern das der Aufenthaltsstatus oder die Art der Beschäftigung entsprechend der Beschäftigungsverordnung bislang verlangt hat. Die Ausländerbehörden können dieses vor Ort entscheiden (siehe PDF "Globalzustimmung der BA vom 02.04.2020").

Fragen und Hilfestellungen erhalten Sie auch bei den Willkommenslotsen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Lydia Vaske, Wiebke Damm, Agnès Schrader-Mazarguil. Für die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berät Sie Britta Küper , sowie für die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Tanja Iken.

Autor: Lydia Vaske

 

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