Grüne Berufe: Dürfen ukrainische Flüchtlinge in Deutschland arbeiten?

Zum 03.03.2022 wurde die sogenannte EU-Massenzustrom-Richtlinie für ukrainische, geflüchtete Menschen in Kraft gesetzt, um eine unkomplizierte Aufnahme dieser Kriegsflüchtlinge in der EU zu gewährleisten. Diese ermöglicht, nach Umsetzung in deutsches Recht den geflüchteten Menschen aus der Ukraine, die nicht lange vor dem 24.02.2022 oder danach eingereist sind, unter anderem die Teilnahme am deutschen Arbeitsmarkt.

Flagge der Ukraine - © jorono/Pixabay © jorono/Pixabay
Was bedeutet das für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine?

Wer seit dem 24.02.2022 aus der Ukraine geflohen ist, darf momentan ohne Visum und Aufenthaltstitel nach Deutschland einreisen. Dies wird durch die Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung geregelt. Ab dem 01.09.2022 treten Neuerungen der Verordnung in Kraft. Nach diesen Neuerungen dürfen sich Menschen, die aus der Ukraine eingereist sind, nur noch 90 Tage visumsfrei in Deutschland aufhalten. Dies gilt noch bis zum 30.11.2022 für Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit und anderen Staatsangehörigkeiten. In der Zwischenzeit sollte ein regulärer Aufenthaltstitel beantragt werden. Während dieses visumsfreien Aufenthalts darf keine Arbeit aufgenommen werden. Genauere Informationen zur Änderung der Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung finden Sie unter BERLIN-HILFT.

Seit dem 03.03.2022 wird den Geflüchteten aus der Ukraine nach § 24 AufenthaltsG vorübergehender Schutz in der EU gewährt. Für wen dieser vorübergehende Schutz gilt, kann auf der Seite des Flüchtlingsrat Niedersachsen nachgelesen werden. Bis zur Ausstellung der Aufenthaltserlaubnis erhalten die Menschen übergangsweise eine sogenannte Fiktionsbescheinigung. 

Bereits mit der Fiktionsbescheinigung, als auch später mit einem Aufenthaltstitel nach § 24 AufenthaltsG, sind sowohl eine abhängige Beschäftigung als auch die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit in Deutschland und damit jede Form der Erwerbstätigkeit erlaubt. Weitere Informationen finden Sie auch bei Pro Asyl oder beim Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge (NUiF).

Seit dem 01.06.2022 erhalten Personen mit vorübergehendem Schutz Leistungen nach dem SGB II bzw. SGB XII und werden von den jeweiligen Jobcenter vor Ort betreut. Zuvor erhielten Geflüchtete mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Weiterhin besteht ein Anspruch auf Teilnahme an Integrations- und Sprachangeboten. Auf der Seite des Landes Niedersachsen und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge finden Sie weitere Informationen.

Bei Fragen zum Thema Ausbildung und Arbeit in den grünen Berufen und Unternehmen, für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, melden Sie sich gerne bei den Arbeitnehmerberater*innen aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein oder den Willkommenslotsinnen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Lydia Vaske
Henrike Weddelmann
Johanna Krebs

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